Sind Agenturen „chaotisch“?

„Mal ehrlich,“ sagt Mirko Kaminski in seiner neuen Video-Ansprache, „viele Agenturen sind Chaoten und haben ihre Prozesse nicht im Griff.“ Für den Chef der Hamburger Agentur Achtung gehört dies zu den Ursachen von Burnout in Agenturen. Seiner Meinung nach haben Agenturen ihre Margen zu einem Gutteil aus der Überlastung ihrer Mitarbeiter/innen gezogen und fordert: „Damit muss Schluss sein!“

Schon allein deshalb, weil Agenturen damit zum einen ihren Mitarbeiter/innen nicht gerecht werden, aber auch, weil sich Agenturen mit diesem Habitus den Nachwuchs vergraulen, der eine andere Work-Live-Balance zum Ziel hat, sollte versucht werden, Gewinne über die geleistete Arbeit vorwiegend innerhalb der regulären Arbeitszeit zu erzielen. Um dies zu erreichen, stehen die Agenturen aus seiner Sicht vor zwei wesentlichen Aufgaben: Die Schaffung einer Unternehmens-Kultur, in der Mitarbeiter/innen nicht schräg angesehen werden, wenn sie „um 19 Uhr gehen“, sowie die Einrichtung klarer Prozesse/ Strukturen und Projekt-Kalkulationen, die eine Umsetzung von Projektzielen und das Erzielen von Gewinnen auch ohne die Überlastung von Mitarbeiter/innen ermöglicht.

Wie sehen Sie das? Hat Mirko Kaminski den Finger in offene Wunden gelegt? Oder bezichtigt er seine Mitbewerber und Kollegen zu unrecht als „Ausbeuter“ und „Chaoten“?

Nachtrag 1.2.2012
An dieser Stelle gab es die Möglichkeit, sich am Voting zur Frage „Unternehmenskultur, Strukturen und Controlling – werden Agenturen falsch geführt?“ zu beteiligen. Die Abstimmung wurde nun beendet. Hier das Ergebnis:

An der Abstimmung haben sich von August 11 bis Januar 12 73 Leser/innen beteiligt.

Zur Meldung „Ausbeuter-Agenturen sind nicht mehr gefragt“ der w&v.

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